Aufstand 2013 – Alles ist endlich

Mit Spaß und guter Laune das Interesse für ernste Themen wecken. Beim Jugend-Umwelt-Festival setzen sich Jugendliche und junge Erwachsene mit der Endlichkeit unserer Ressourcen auseinander.
NAJU Baden-Württemberg

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apb13: Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Mein Name ist Louisa Grabert und ich mache bis September einen Bundesfreiwilligendienst beim NAJU Baden-Württemberg. Meine zwei FÖJ Kollegen Amélie Wippern, Felix Ewen und ich sind die Hauptorganisatoren des Aufstands 2013.

apb13: An welche Zielgruppe richtet sich die Veranstaltung?

Die Veranstaltung richtet sich an alle Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 27 Jahren, die natur- und umweltpolitisch interessiert sind oder Neues kennenlernen wollen.

apb13: Dem Ankündigungstext ist zu entnehmen, dass es sich um eine immer wiederkehrende Aktion handelt. Seit wann gibt es den ‚Aufstand‘?

Der Aufstand fand dieses Jahr zum 16. Mal statt.

apb13: Haben Sie bereits ein ‚Stammpublikum‘ oder kommen jedes Mal eher neue Teilnehmer/innen?

Es kommen schon hauptsächlich immer wieder die gleichen TeilnehmerInnen. Aber auch immer neue. Leute, die vom Aufstand begeistert waren, bringen ihre Freunde mit und so spricht sich das herum.

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apb13: Die Workshops werden von verschiedenen Referent/innen geleitet. Können Sie uns etwas zu diesen erzählen?

Auf dem Aufstand gibt es tagsüber drei Workshopschienen mit bis zu fünf Workshops pro Schiene. Die Workshops sind ganz bunt gemischt. Es gibt immer ein paar Workshops die zum Motto passen, dieses Jahr zum Beispiel „Schätze schonen – aber wie?“, „Der Mensch – eine Ressource“, „Landraub“, „Meeresschutz“, „Palmöl“, aber auch Workshops, die wir einfach so interessant fanden („Eurokrise“, „Bedingungsloses Grundeinkommen“, „Jugendpartzpitation“, „Solidarische Landwirtschaft“) und Fun-Workshops wie z.B. „Zirkus“, „Capoeira“, „Stricken und Häkeln“, „Wildlife“, „Kreatives Schreiben“.

apb13: Schildern Sie uns einmal einen typischen Veranstaltungstag.

Ab halb 9 morgens gibt es Frühstück. Langsam kommt Leben ins Zeltlager. Man hört Stimmen aus den Zelten, die Frühaufsteher kommen schon frisch geduscht aus den Waschhäusern, das erste Gelächter dringt über den Platz und die Hungrigen holen sich ihr leckeres veganes Frühstück, das von der Volxküche, den „Maulwürfen“ aus Freiburg, gegen eine Spende angeboten wird.

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Immer mehr Jugendliche werden von dem leckeren Duft aus ihren Zelten gelockt, so dass sich die Biertischgarnituren langsam füllen.

Ab 10 Uhr gehen dann die Workshops los. Die TeilnehmerInnen habe die Möglichkeit sich zu überlegen, an welchem Workshop oder welcher Exkursion sie teilnehmen wollen. Um 12 Uhr ist die erste Workshopschiene abgeschlossen und der Magen knurrt langsam – Zeit zum Mittagessen. Die letzten Morgenmuffel stehen auch auf und die Töpfe der Küche brodeln schon vor sich hin. Um halb eins gibt es dann endlich Mittagessen. Nach einer gemütlichen Pause geht es um 14 Uhr auch schon weiter, mit Workshopschiene 2.

Wieder haben alle die Möglichkeit sich einen interessanten Workshop auszusuchen, der dann bis ca. 16 Uhr geht. Von 16:30-18:30 findet dann die Workshopschiene 3 statt. Danach gibt es Abendessen.

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Die Töne des Soundchecks aus dem Zirkuszelt machen neugierig auf das Abendprogramm. Es spielen Bands. Jede/r mutige/r TeilnehmerIn hat die Möglichkeit, ihr /sein Können auf der Open Stage zu beweisen.
Danach vergehen die Nächte wie im Flug am Lager- bzw. Schwedenfeuer, mit interessanten Gesprächen, Liedern und neuen Bekanntschaften, bevor man sich in sein Zelt zurückzieht um zu schlafen. Der nächste interessante „Aufstand“-Tag wartet schon.

apb13: Welche Workshops hatten besonders großen Zulauf?

Die Heilkräuterexkursionen waren immer voll, außerdem waren die Teilnehmer sehr an Wildlife, Zirkus, Capoeira, kreativem Schreiben und Meeresschutz interessiert. Der Strickworkshop war auch gut besucht, von Männern.

apb13: Konnten die Teilnehmende auch eigene Themen in die Veranstaltung miteinbringen?

Am letzten Vormittag gab es einen „Markt der Möglichkeiten“. Da konnte jeder, der Lust hatte einen Workshop anbieten.

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apb13: Was motiviert gerade junge Menschen, sich mit der Endlichkeit unserer Ressourcen auseinanderzusetzen?

In unserer Gesellschaft werden Ressourcen verbraucht, Waldflächen abgeholzt, Nutzflächen mit Monokulturen unbrauchbar gemacht und Tierarten ausgerottet, ohne hierbei auf die teils fatalen Auswirkungen ihres Fehlens für nachfolgende Generationen zu achten. Probleme wie die Endlager-Frage oder der Treibhauseffekt werden zwar immer wieder diskutiert, aber die endgültige Lösung nachfolgenden Generationen überlassen.
Viele Jugendliche haben den Drang, sich über solche Themen zu informieren und aktiv damit auseinanderzusetzen.

apb13: Der ‚Aufstand‘ hört sich an, als würde er den jungen Teilnehmer/innen in erster Linie sehr viel Spaß vermitteln. Trotzdem werden hier ernsthafte politische Thematiken behandelt. Wie schaffen Sie es, dass diese Kombination funktioniert?

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Es ist wichtig, dass nicht nur trockener Stoff vermittelt wird, sonst macht das ja auch keinen Spaß und niemand würde kommen. Das kennt man ja aus der Schule oder der Uni. Der Aufstand lebt von der ungezwungenen Gemeinschaft, der guten Stimmung und dem Spaß.

Es gibt viele Jugendliche, denen die Zukunft nicht egal ist , die sich informieren wollen und sich aktiv einsetzen. Aber wenn das Ganze keinen Spaß macht, lässt die Motivation natürlich nach.

apb13: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Die Veranstaltung
Jugend-Umwelt-Festival Aufstand 2013

Die Akteurin
Louisa Grabert, Mitarbeiterin beim NAJU Baden-Württemberg

Der Veranstalter
NAJU Baden-Württemberg
Rotebühlstraße 86/1
70178 Stuttgart
Deutschland
Tel.: 0711- 46909250
mail@naju-bw.de