Gemeinsam von Anfang an

bildung neu denken-kongress 2014 – © cmkkommunikation.de

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3. Freiburger Bildungskongress „Inklusion (er)leben³“

Zum dritten Mal veranstaltete der bildung neu denken e.V. seinen Bildungskongress „Inklusion (er)leben³“. Cornelia Bossert ist Vorstandsmitglied und unterstützt den Verein seit Gründungsbeginn. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, eine inklusive Gesellschaft mitzugestalten. „Ein Kongress bietet im Gegensatz zu Podiumsdiskussionen die Möglichkeit, mit Workshops oder Foren zu verschiedenen Themen viele Menschen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten gleichzeitig zu erreichen“, erklärt Bossert die Wahl des Veranstaltungsformats. Der erste Inklusionskongress fand 2010 in Freiburgs Nachbargemeinde Gundelfingen statt. „Zum damaligen Zeitpunkt war dort der Sitz des Vereins und das örtliche Gemeindezentrum passte von seiner Größe sehr gut zu unseren Vorstellungen. Nach Freiburg sind wir 2012 umgezogen, weil die Räumlichkeiten in Gundelfingen für die sechs Workshops des zweiten Kongresses zu klein waren “, sagt die Veranstalterin. Für Cornelia Bossert und den Verein bildung neu denken e.V. ist Inklusion ein fortwährender Prozess, mit dem sich jeder auseinander setzen sollte: „Inklusion heißt für uns, wie für fast alle Menschen auf der Welt: Alle gemeinsam von Anfang an. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von ihren persönlichen Hintergründen wie z.B. Geschlecht, soziale Herkunft, individuelle Fähigkeiten, Migrationshintergrund oder Sexualität wertgeschätzt und ohne Diskriminierung leben können.“

Nach diesen Prinzipien hat der Vereinsvorstand auch die Themen der Workshops des diesjährigen Kongresses festgelegt. Die Teilnehmenden konnten ihre Schwerpunkte aus den Bereichen inklusiver Unterricht, (un)sinnige Berufsbildung, sexuelle und geschlechtliche Identitäten sowie soziale Benachteiligung wählen. Praktische Tipps zur Inklusion bekamen sie in den Arbeitsgruppen Erfolgsfaktor Motivation und von Andrea Hufeland, die am Beispiel der Stadt Oldenburg zeigte, wie Inklusion gelingen kann. „Die Diplom Pädagogin/Sonderpädagogin ist Lerntherapeutin und hat vor ca. 25 Jahren den Verein HARFE in Oldenburg mit gegründet. Seitdem ist ihr Inklusion eine Herzensangelegenheit“, so Bossert. Den Workshop Das Internet vergisst nichts führten die Jugendlichen Vincent Hettrich und Helen Schneider zusammen mit der Referentin Sina Bormüller durch. Dieser Workshop richtete sich speziell an junge Nutzer sozialer Medien. Über den Hintergrund derjungendlichen Moderatoren berichtet Bossert : „Der fünfzehnjährige Vincent Hettrich besucht trotz seiner starken Sehbehinderung das Kepler-Gymnasium in Freiburg. Als Leistungssportler (Nordischer Skilangläufer und Biathlet) wird er vom Olympiastützpunkt Freiburg/Schwarzwald unterstützt. Vincent nahm zwei Wochen am Deutschen Olympischen Jugendlager in Sotschi teil und träumt davon, selbst einmal bei den Paralympics zu starten. Helen Schneider ist 17 Jahre alt, besucht die 11. Klasse der Studienstufe der Staudinger-Gesamtschule Freiburg, ist dort seit vielen Jahren in verschiedenen Gremien aktiv und arbeitet kontinuierlich im Vorstand unseres Vereins mit.“

bildung neu denken-kongress 2014 – © cmkkommunikation.de

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Bildung neu denken e.V. ist mit 25 Mitgliedern ein kleiner Verein, der zur Finanzierung des rund 18.000 Euro teuren Bildungskongresses auf externe Geldgeber angewiesen war. Bossert sagt: „Wir sind auf Spenden und Sponsoren angewiesen und merken, dass zum Beispiel Stiftungen leider nicht mehr über Fördermittel in der Höhe verfügen, wie in der Vergangenheit.“ So ist Fundraising ein wichtiger und zunehmend schwieriger Teil von Cornelia Bosserts Arbeit geworden. Der Verein konnte gemeinnützige Organisationen und eine Vielzahl regionaler Firmen und Geschäfte für den Kongress gewinnen, die sich teilweise bereits seit mehreren Jahren engagieren. „Für die Verpflegung während des Kongresses sorgen regelmäßig die Bäckerei vor Ort und regionale Biohöfe. Die Salate und das Kuchenbuffet der Gundelsingers sind inzwischen schon legendär“, schwärmt Bossert. Für die Auswahl der Sponsoren ist Bossert besonders wichtig, dass der bildung neu denken e.V. als alleiniger Veranstalter des Kongresses unabhängig bleibt : „Es ist daher auch schon vorgekommen, dass wir auf potentielle Förderer verzichtet haben. Nämlich immer dann, wenn diese auf ein Mitspracherecht und/oder Einflussnahme bei der Gestaltung des Kongresses und dessen Inhalten bestanden haben.“ Für den nächsten Bildungskongress „Inklusion (er)leben“ hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, die Teilnahmegebühr von 39 Euro pro Person ebenfalls durch Sponsoren zu finanzieren. Bisher ist die Teilnahme für Studenten, Auszubildende und einkommensschwache Personen kostenlos. In zwei Jahren ist es wieder so weit, dann soll der 4. Freiburger Bildungskongress „Inklusion (er)leben4“ stattfinden.

bildung neu denken e.V.
Haslacher Straße 159b
79115 Freiburg
Tel. 0761.276239
dialog@bildung-neu-denken.de


Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel steht unter der CC BY 4.0-Lizenz (mehr dazu). Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: CC-by-Lizenz, Autor: Melanie Kolkmann für Aktionstage Politische Bildung 2014.