Politisches Speeddating

Speeddating mit Maximilian Hänig (rechts). Foto privat nicht unter freier Lizenz.

Speeddating mit Maximilian Hänig (rechts). Foto privat nicht unter freier Lizenz.

Am 13. Mai 2014 veranstaltete die Evangelische Akademie in Lutherstadt Wittenberg den Talk am Turm – Speeddating mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl. Wir sprechen mit den Moderatoren Alexander Barz und Maximilian Hänig über die Eindrücke des Abends.

#apb14: Stellen Sie sich bitte kurz vor. Wer sind Sie und wie kam es, dass Sie bei Talk im Turm dabei waren?
Barz: Ich bin Alexander Barz. Ich komme aus Lutherstadt Wittenberg, bin 20 Jahre alt und mache eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Ich bin stellvertretender Vorsitzender des Schüler- und Jugendparlamentes der Lutherstadt Wittenberg, Mitglied bei den Freien Wählern Wittenberg sowie Kandidat für den Stadtrat von Wittenberg. Tobias Thiel (Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt) hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir beim Speeddating Politikern all unsere Fragen stellen könnten. Dies machte uns sehr neugierig und einige von uns wollten die Chance dann nutzen, ihre Fragen an dem Abend los zu werden. Ich selbst war einer der Moderatoren.

Hänig: Mein Name ist Maximilian Hänig. Ich bin 18 Jahre alt und genauso wie Alex stellvertretender Vorsitzender des Schüler- und Jugendparlaments der Lutherstadt Wittenberg. Im Gegensatz zu ihm bin ich jedoch in der SPD bzw. bei den Jusos aktiv und dort auch im Kreisvorstand.
Ich habe schon beim Speeddating zu der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres als Moderator mitgemacht. Von daher war es für mich selbstverständlich, auch dieses Mal wieder dabei zu sein.

#apb14: Was genau ist das politische Speeddating Talk im Turm? Wie funktioniert es und wer kann daran teilnehmen?
Barz: Beim politischen Speeddating haben jugendliche Bürger und Erwachsene die Chance, Politikern Fragen zu stellen, die direkt beantwortet werden. An jedem Tisch gibt es einen jugendlichen Moderator. Gäste kommen dazu und können dann in kurzer Zeit Fragen an die Kandidaten zur Kommunalwahl stellen. Nach sieben Minuten wechseln die Politiker von einem Tisch zum nächsten. So erhalten alle Teilnehmer die Gelegenheit, jeden der teilnehmenden Politiker persönlich kennenzulernen.

#apb14: Wie haben Sie sich auf den Abend vorbereitet?
Barz: Ich habe mich persönlich nicht vorbereitet, sondern es auf mich zukommen lassen, weil ich das erste Mal teilgenommen habe. Eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung haben wir uns getroffen und den Ablauf besprochen.
Hänig: Ich glaube auch, dass man sich auf so etwas kaum, oder gar nicht vorbereiten kann, weil man nur wenig beeinflussen kann, welche Menschentypen an seinen Tisch kommen. Von daher ist es unter Umständen ganz ratsam, dass man eine Frage in petto hat, die man jedem Politiker quasi als Einstiegsfrage stellen kann.

#apb14: Wer saß außer den wechselnden Politikern an Ihrem Tisch, Herr Barz?
Barz: An meinem Tisch, an dem ich der Moderator war, saßen zwei Fraktionsmitglieder (Die Linke, CDU) und ein Bürger der seine Fragen los werden wollte. Insgesamt war die Veranstaltung für mich ein voller Erfolg, auch wenn ich mich über noch mehr Jugendliche gefreut hätte. Es waren einige Mitglieder vom Schüler- und Jugendparlament da, aber auch viele Mitglieder verschiedener Fraktionen.

#apb14: Was wurden für Fragen gestellt? Was wollte die Runde unbedingt beantwortet wissen?
Barz: Ein ganz großes Thema an meinen Tisch war das Reformationsjubiläum 2017 in der Lutherstadt Wittenberg, beispielsweise die Frage nach Parkplatzmöglichkeiten tagsüber. Es kamen aber auch Fragen zu den Fahrradwegen in Wittenberg und wie man die Stadt wieder für junge Menschen attraktiver macht.

#apb14: Wie war die Stimmung?
Barz: Die Stimmung war sehr gut an dem Abend. Die Politiker waren sehr offen und waren auch in der Pause und danach für Gespräche bereit.

#apb14: Welchen Eindruck haben die Politiker gemacht?
Barz: Die meisten Politiker waren freundlich und waren für alle Fragen offen. Sie nahmen die Fragen auch alle Ernst und haben sie mit uns diskutiert. Sie haben alle Fragen beantwortet.

#apb14: Und wissen Sie jetzt, wen Sie zur Kommunalwahl wählen oder wählen würden?
Barz: Ja, ich weiß es schon. Da ich ja selbst auch antrete, ist es klar, wen ich wählen werde.

#apb14: Was hat euch besonders beeindruckt oder überrascht? Gab es auch etwas, was euch gar nicht gefallen hat?
Barz: Mich hat beeindruckt, dass alle Politiker, die eingeladen waren, gekommen sind. Sie waren ganz angetan von der Veranstaltung und haben sich gefreut und bedankt, dass sie kommen durften. Einige sagten, so was müsste öfters gemacht werden. Nicht so schön war, dass ein Politiker nach der Hälfte der Zeit gegangen ist. Da er nicht einsah, Gespräche mit manchen Gästen am Tisch zu führen. Sowas gibt es aber leider immer wieder und muss man respektieren. Auch wenn ich es sehr schade fand.
Hänig: Das Schöne an so einem Speeddating ist für mich vor allem, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, die außerhalb dieses Mediums niemals in den Dialog kommen würden. So sitzen z.B. junge und alte Leute an einem Tisch, die sich über dieselben Sachen unterhalten und die Dinge zusammen betrachten und genau analysieren. Es findet nicht nur der direkte Dialog mit den Politikern statt, sondern durch das Speeddating wird auch den Bürgern eine gute Gesprächsplattform geboten, die auch weiter genutzt werden sollte.

#apb14: Alexander Barz, Maximilian Hänig – vielen Dank für das Interview.

Initiiert und veranstaltet wurde das Speeddating von der Jungen Akademie – Gesellschaftspolitische Jugendbildung an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V., diese hat eine Fotogalerie zum Abend veröffentlicht.

Kontakt:
Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.
Schloßplatz 1d
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: (03491) 49 88 -0
Fax: (03491) 40 88 – 22
www.ev-akademie-wittenberg.de


Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel steht unter der CC BY 4.0-Lizenz (mehr dazu). Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: CC-by-Lizenz, Autor: Melanie Kolkmann für Aktionstage Politische Bildung 2014.